Aktuelle Spielberichte von Christopher Herla

Statistikecke

Als zusätzliches Schmankerl für die zahlreichen Abonnenten dieses Berichteblocks gibt es nun noch ein paar interessante Statistiken zum Ende der Hinrunde.

Nach TTR-Wert hat sich fast die komplette Mannschaft verbessert, am allermeisten konnte allerdings Andi zulegen, der seit Saisonbeginn 40 Punkte gut gemacht hat. Auch die Evergreens Christian und Joe hatten mit +25 bzw. +21 eine sehr erfolgreiche Vorrunde.

Die gesamte Mannschaft kommt auf eine Einzelbilanz von 47:36. Das ist gut, aber nicht überragend. Im Doppel ist der TSV allerdings aufstiegsreif. Hier hat man mit 20:8 die zweitbeste Bilanz der Liga und muss sich nur den Gänheimern geschlagen geben, die auf eine unfassbare 23:5-Bilanz kommen (im direkten Duell musste man sich am 5.Spieltag der Hinrunde folglich auch erstmals in den Doppeln zweifach geschlagen geben).

Wichtig im Tischtennis ist natürlich auch die mentale Stärke, die sich am Besten in der Bilanz der 5-Satz-Matches wiederspiegelt. Hier kommt der TSV mit einer ausgeglichenen Statistik davon (22:22). Jedoch gab es mitten im Gänheim-Spiel (was generell der Knotenpunkt der Saison zu sein scheint) einen derben Cut. Das erste Einzel von Joe gegen Stefan Scheuring beendete damals eine schier unglaubliche 12:4-Serie von gewonnenen 5-Satz-Matches. Danach folgten drei weitere Niederlagen am selben Abend, und auch in der Folge verlor man den Nimbus des beinahe Unschlagbaren und konnte nach besagter 12:4-Serie nur noch eine 10:18-Bilanz in dieser Kategorie nachlegen.

Verlängerungssätze (also Sätze, die über 10:10 gehen) kann Röthlein hingegen mit 39:34 für sich verbuchen. Die mentale Stärke ist also durchaus da, hat aber so ihre Aussetzer.

Spiel des Jahres war definitiv das 8:8 gegen Gänheim, als die gesamte Mannschaft über sich hinaus wuchs und unheimlich viel Kampfgeist an den Tag legte. Das Gegenstück dazu war das 2:9 in Geldersheim. Hier brachte man kein Bein auf den Boden, die Rache dafür soll am 1. Februar stattfinden…

07.12.2018: TSV Röthlein – TSV Essleben 9:5 (36:26 Sätze)

Der finale Gegner der Vorrunde 2018/2019 für den TSV Röthlein hieß TSV Essleben. Die Gäste traten jedoch extrem ersatzgeschwächt und sogar nur zu fünft an. Am Ende des Abends war das das Glück für die Röthleiner, denn nach rekordverdächtigen neun 5-Satz-Spielen (durch das Fehlen des sechsten Mannes wurden sogar nur 12 Spiele absolviert) wäre es ein ziemlich hartes Brot geworden, wenn die Esslebener vollständig gewesen wären. So beendete Röthlein eine äußerst erfolgreiche Vorrunde mit einem passablen 9:5-Erfolg und feiert Weihnachten und den Jahreswechsel auf einem mehr als zufriedenstellenden 3. Platz direkt in Schlagdistanz zu den zwei Topteams Gochsheim und Gänheim und – was am Wichtigsten ist - noch vor Geldersheim. Die Rückrunde wird durch die Spielansetzungen auf der einen Seite kniffliger, da das am Anfang der Saison beschriebene Chaos mit den unterschiedlichen Bällen größer wird als in der Vorrunde, auf der anderen Seite darf man jedoch mit Gochsheim und Geldersheim zwei der drei großen G´s zuhause empfangen und hat mit dem Auswärtsspiel in Gänheim nur noch eine richtig große Hürde außerhalb der eigenen Halle zu meistern.

Match of the Day: C.Lender – R.Friedrich 3:2 (8:11, 12:10, 6:11, 11:7, 16:14)

Das letzte Mal, als Christian in dieser Rubrik genannt wurde, musste er sich ein unerwartet enges Match gegen einen bis dato sieglosen Gegner liefern. Dieses Mal standen die Vorzeichen komplett anders, nun bekam er es mit dem ungeschlagenen Topspieler der Liga zu tun. Rainer Friedrich, der den Gänheimer Sven Göbel während der Hinrunde als Punktbester ablöste, war also der härteste Brocken , den Christian aus dem Weg hieven musste. Das imaginäre Bild, das zu diesem Spiel passt, wäre also ein etwas korpulenter Christian mit blau-weißer Hose und roten zu Zöpfen geflochtenen Haaren, wie er einen Hinkelstein mit dem kleinen Finger wegwirft und dabei von einem kleinen weißen Hund dafür gefeiert wird. So in etwa musste sich Christian jedenfalls nach diesem äußerst ungerade verlaufenden Match gefühlt haben, als er nach fünf vergebenen Matchbällen den sechsten verwandelte und seinen größten Erfolg seit langer Zeit verbuchen konnte. Das bringt einmal mehr zur Geltung, dass Christian mit all seiner Erfahrung und Schlachten, die er an der Tischtennisplatte schon geschlagen hat, nie bei einer Aufzählung der technisch versiertesten Spieler einer Liga fehlen darf. Die magische 1500er Marke hat er mit diesem Sieg zum ersten Mal seit über 3 Jahren wieder geknackt und sich damit selbst bewiesen, dass er nach wie vor auf einem überdurchschnittlichen Niveau spielen kann.

Punkte für den TSV: Schlegel/Herla 1, Lender 2, Herla 1, Strauß 2, Kern 1; kampflos: Strauß/Eirich 1, Kern 1

30.11.2018: TSV Gochsheim II – TSV Röthlein 9:3 (33:20 Sätze)

Im vorletzten Spiel der Hinrunde ging es gegen den bisherigen Tabellendritten Gochsheim um Einiges. Ein Sieg unserer Mannen hätte das Tabellenbild recht deutlich werden lassen und die Röthleiner endgültig in den erlauchten Kreis der Aufstiegskandidaten gerückt. Nach herausragenden Partien von den Doppeln Lender/Kern und Schlegel/Herla staunte man nicht schlecht, als man eine 2:0-Führung bei den komplett angetretenen und damit auf dem Papier favorisierten Gochsheimern sein Eigen nennen konnte. Jedoch kippte das Match anschließend rabiat zu Gunsten der Gastgeber, die letztendlich nach dem 2:3-Rückstand durch Christians 5-Satz-Siegs gegen H.Ziegler die Zügel in die Hand nahmen und den wildgewordenen Hengst namens Röthlein bändigten. Spiele über die volle Distanz gingen ab diesem Zeitpunkt nur noch an Gochsheim, womit am Ende eine positive 4:3-Bilanz bei dieser im Tischtennis immens wichtigen Rubrik zu Buche stand. Erwähnenswert ist es aus Sicht der Unterlegenen dennoch, denn das Endergebnis zeigt nicht im Geringsten die Chancen, die die Röthleiner gehabt hätten, wenn das Glück ein bisschen mehr mitgeholfen hätte.

Match of the Day: A.Strauß – P.Richter 3:2

Das Gute an einer eigens gegründeten Titelvergabe ist, dass man an keinerlei Regeln gebunden ist. Drum wird in diesem Fall ein Spiel zum Match of the Day gekürt, das auf keiner offiziellen Internetseite und in keiner Statisik je auftauchen wird. Die in Gochsheim Anwesenden werden sich nicht wundern, warum die Leistung des Andreas Strauß unüblicherweise hier Erwähnung findet, denn sein Spiel gegen P.Richter war ein Feuerwerk der Angriffsschläge, bei denen so mancher höherklassige Tischtennisspieler neidisch geworden wäre. Dadurch, dass Andreas seine Spiele vorziehen musste, trat er schon früh am Abend zu seinem zweiten Match an, ohne zu wissen, dass dieses am Ende gar nicht mehr ins Resultat mit einbezogen wird. Er begann mehrere Sätze mit einer unglaublichen Aggressivität und beeindruckenden Präzision und spielte sich somit immer wieder große Vorsprünge heraus, die er dann aber immer wieder fast komplett verspielte, nur um am Ende trotzdem der gefeierte Sieger zu sein. Mit einem lauten Brunftschrei beendete er das faszinierende Spiel in einer noch lauteren Halle. Man konnte jedoch mit Fug und Recht behaupten, dass diese Performance von Andreas trotz des nebenan stattfindenden Bezirksoberligaspiels die qualitativ hochwertigste an diesem Abend in der Gochsheimer Halle war.

Punkte für den TSV: Lender/Kern 1, Schlegel/Herla 1, Lender 1

16.11.2018: TSV Röthlein – RV Solidarität Schweinfurt 9:4 (32:18 Sätze)

Der in vielen Bereichen des Lebens spürbare Dissens zwischen Stadtbewohnern und Leuten vom Land ist auch im Tischtennis vorhanden. So bekam auch der 16.November 2018 seine besondere Würze, und das gleich doppelt. Denn sowohl die ersten Mannschaften wie auch die zweite Garde des TSV aus Röthlein und des RV Solidarität Schweinfurt standen sich an diesem Tag zu einem weiteren Stadt-gegen-Land-Duell gegenüber. Nun hat Röthlein zwar längst kein Landwirtschaftsüberangebot mehr, doch über den ein oder anderen „Bauern“ freut man sich speziell an Tischtennisplatten trotzdem immer wieder. Für den TSV war es an diesem Tag ein Erfolg auf ganzer Linie. Während die Zweite ein relativ ungefährdetes 9:5 einfuhr und die Tabellenführung in der Bezirksklasse C ausbaute, konnte auch die erste Mannschaft nach der Pleite gegen Geldersheim wieder glänzen und hochverdient mit 9:4 den zweiten Tabellenplatz sichern. Schon nach den Doppeln, die Röthlein fast schon standesgemäß wieder mal alle drei gewinnen konnte, wich die allgemeine Unsicherheit ob des Patzers vor zehn Tagen und durch einen zwischenzeitliches 6:0-Zwischenstand (beim Gegner musste A.Thomalla seine Einzel gleich zu Beginn beide vorziehen) zog schließlich ein Luftstoß durch die Halle, der wohl dem vielfachen Durchatmen der Röthleiner Spieler geschuldet sein durfte. Zwar gaben sich die Schweinfurter nicht geschlagen und angeführt von einem gegen Vadim grandios aufspielenden Frank Gresser kamen sie nochmal auf 3:7 ran, doch Christian hatte heute den Masterplan gegen einen seiner größten Angstgegner in der Tasche und beendete die Show des Gressers ein paar Momente später in beeindruckender Manier. Als Andreas dann den Deckel drauf machte, fand sich der TSV also wieder zurück im für sie selbst doch recht unerwarteten Aufstiegskampf, bei dem sie zwar freilich noch eine Außenseiterrolle einnehmen. Jedoch ließ sich aus Teilen der späteren Analyse im Sportheim heraushören, dass so langsam ein gewisses Underdogdenken innerhalb der Mannschaft stattfindet und man die Ausgangslage so gut es geht nutzen möchte, um vielleicht gar den ein oder anderen Beobachter oder Mitstreiter am Saisonende positiv zu schocken. In zwei Wochen können sie bei einem der Topaufstiegskandidaten in Gochsheim damit anfangen…

Match of the Day: A.Strauß/C.Kern – J.Stamm/T.Steuerwald 3:0 (11:9, 11:7, 11:8)

Der blutjunge, bis letztes Jahr noch in der Jugend des TSV und normal in der dritten Mannschaft spielende Christof Kern wurde gegen die Soli erstmals als Ersatzmann für Vitalis in der ersten Mannschaft eingesetzt, da man die Zweite  unangetastet ihr eigenes Match spielen lassen wollte. Dass er - grüner hinter den Ohren als ein Marsmännchen – einen Punkt zum Erfolg beitragen könne, konnte man sich bei realitätsnaher Betrachtung natürlich nicht ausrechnen. Doch sein bereits mehrmals in dieser Saison von unterschiedlichen Stellen für sein Coaching gelobter Doppelpartner Andreas nahm den jungen Hüpfer an die Hand und führte ihn souverän durch seinen ersten und bestimmt nicht letzten Auftritt in Röthleins erster Sechs. Mit zunehmender Spieldauer wurde Christof immer mutiger, griff den ein oder anderen Ball an und zeichnete sich im Rest des Spiels durch eine große Konzentriertheit aus, wodurch er seine Fehlerquote beachtlich gering hielt. Andreas wuchs daneben als klarer Anführer des Duos über sich hinaus und stellte die Weichen überraschend schnell auf Sieg. Als Christof in seinem ersten Einzel dann auch noch anfing, auf Sieg zu spielen und den ersten Satz mit 15:13 gewann, wurde der Match-of-the-Day-Part gedanklich schon wieder umgeschrieben, doch ganz so märchenhaft wurde die Story rund um den Debütanten am Ende dann doch nicht. Stolz können er und Andreas auf ihr Doppel aber allemal sein.

Punkte für den TSV: Lender/Kern, J. 1, Schlegel/Herla 1, Strauß/Kern,C. 1, Lender 2, Schlegel 1, Herla 1, Strauß 1, Kern,J. 1

06.11.2018: FC Geldersheim – TSV Röthlein 9:2 (29:16 Sätze)

Die Überflieger sind zurück auf dem harten Boden der Tatsachen. Nur vier Tage nach dem Thriller gegen Gänheim folgte ein blutleerer Auftritt beim Tabellendritten Geldersheim und die damit verbundene Message, dass Röthlein noch lange nicht imstande ist, die Leistung vom 02. November regelmäßig abzurufen. Ein 9:2 klingt zwar trotzdem viel zu hoch und hätte durchaus auch ein bisschen enger ausgesehen, wenn man nicht vier von fünf 5-Satz-Spielen verloren hätte, aber an diesem Abend unter der Woche, auswärts und in einer ganz schwer zu spielenden Halle hätte das wohl auch den Bock nicht mehr umgestoßen. Zum ersten Mal in dieser Saison verlor man alle drei Doppel... und die ersten drei Einzel des Abends gleich noch hinterher. Beim Stand von 0:6 fiel es dann auch den größten Optimisten im Team schwer, noch an die Wende zu glauben. Vadim versuchte zwar immer wieder, diese herbei zu predigen, doch nach einem kurzen Aufbäumen auf einen 2:7-Rückstand war es dann endgültig vorbei und Röthlein musste schwer geknickt die Heimreise antreten. 

Match of the Day: C.Herla – A.Feist 3:0 (11:7, 11:8, 11:9)

Normalerweise sind die Spiele der Match-of-the-Day-Rubrik ja immer die knappen 5-Satz-Thriller, und mit Joes 3:2-Erfolg gegen Doht-Rügemer war ein solcher auch Teil des Abends in Geldersheim. Dennoch gönnt das Team diesmal aber Christopher den Vortritt, denn seine Leistungen sind momentan nicht minderwertiger einzuschätzen. Zum vierten Mal in den letzten fünf Spielen konnte er einen 3:0-Sieg herausspielen und funktioniert aktuell wie ein Schweizer Uhrwerk, was aber zwangsweise seine Chancen auf Erwähnung in dieser Rubrik extrem schmälert.

Auch er hatte an diesem Dienstag Abend schwer mit Müdigkeit und den Umständen eines Auswärtsspiels zu kämpfen, aber kaum an der Platte angekommen, spulte er ein weiteres Mal einen souveränen Auftritt ab wie Michael Jackson einst in feiner Regelmäßigkeit bei seiner World Tour. Dem unangenehmen Spiel von A.Feist brachte er eine konzentrierte Leistung entgegen und ließ sich zu sehr wenig Fehlern hinreißen. Zwar wurde es mit jedem Satz etwas enger und Feist sah seine Chancen steigen, doch seine taktischen Umstellungen verpufften schnell, da Christopher sich immer wieder drauf einstellte. Mit langen Aufschlägen und anschließendem sicherem, wenn auch nicht komplett powervollem Angriffsspiel konnte er seinen Gegner in Schach halten und einen ungefährdeten Erfolg verzeichnen.

Punkte für den TSV: Herla 1, Kern 1

 

Christopher Herla

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