Aktuelle Spielberichte von Christopher Herla

08.12.17: TSV Ettleben – TSV Röthlein 6:9 (25:30 Sätze)

Der vorletzte Spieltag der Hinrunde bescherte den Röthleinern den Tabellenzweiten und Aufstiegskandidaten Ettleben als Gegner. Doch diese mussten fast so ersatzgeschwächt antreten, wie die Röthleiner selbst in der vergangenen Woche gegen Schwanfeld. Ohne Nummer Zwei und Drei der Setzliste beim Heimteam und allerdings auch ohne unsere Nummer Drei Joe, der krankheitsbedingt ausfiel, kam es zu einem geschichtsträchtigen Match, das nach einer halben Stunde schon entschieden schien und dann doch eine selten dagewesene Wende nahm.

Im Spielbericht vor zwei Wochen wurde der TSV Röthlein noch für seine traumhafte Doppelbilanz gelobt. Das hätte man lieber sein lassen sollen, denn seitdem wurde von sechs gespielten Doppeln nur noch exakt eines gewonnen. An jenem Abend in Ettleben musste man sogar alle drei Doppel herschenken, was selbst in der Abstiegssaison letztes Jahr in der 1.Kreisliga nur zweimal vorkam, zuletzt vor über einem Jahr am 26.11.2016 in Gerolzhofen. Das man diesmal dabei aber nur einen einzigen Satz in allen drei Spielen zusammen gewinnen konnte, grenzt an ein historisches Debakel.

Auch nachdem das erste Paarkreuz ihre ersten Einzel absolviert hatte, sah es für die Röthleiner weiterhin so düster aus wie in einem transsylvanischen Wald zu Mitternacht. Vadim konnte zwar das aufstrebende Ettlebener Talent Alexander Weiß deutlich mit 3:0 in seine Schranken weisen, aber Christian hatte erwartungsgemäß riesengroße Probleme  mit dem krummen Spiel des ins erste Paarkreuz aufgerückten Alfred Weigand. Danach leitete das mittlere Paarkreuz um Christopher und Vitalis allerdings die angesprochene Wende ein. Vor allem Vitalis‘ Match gegen Jens Krispin glich einem Abenteuer auf einer Hüpfburg. Einem grandiosen ersten Satz ließ er zwei eher mittelprächtige folgen, um dann im 4.Satz wieder deutlich zu machen, wer der wahre Chef ist. Im 5.Satz wurde es dann eine Zitterpartie, die mit 12:10 an den Röthleiner ging, was im modernen Volksmund wohl als Momentum-Changer bezeichnet werden darf. Sowohl Rolf als auch Martin sorgten hinten in sehr risikoreichen und offensiv geführten Partien für die nächsten Punkte, so dass aus einem 1:4-Rückstand plötzlich eine 5:4-Führung für Röthlein wurde. Christian machte es im Anschluss Vadim nach und versohlte den jungen Weiß nach Strich und Faden, Christopher legte danach nicht minder deutlich gegen Krispin nach. Nur Vadim konnte kein Mittel gegen Weigand finden, weshalb es weiterhin spannend blieb – 7:5. Während Vitalis wieder einmal mit seinen konditionellen Problemen aufgrund seines Trainingsmangels haderte und das zweite Match hergeben musste, legte das bekanntermaßen starke hintere Paarkreuz einen fehlerfreien Abend hin. Martin und Rolf fegten ihre Gegner mit 3:0 aus der Halle und entschieden die Partie mit einem dicken Ausrufezeichen.

Von der Doppel-Dynastie zur Einzel-Hochburg! Röthlein scheitert beim Altbewährten und erfindet sich neu! Und da es wesentlich mehr Einzel als Doppel zu spielen gibt, ist diese Verwandlung nicht mal die falscheste. Der letzte Strohhalm im Aufstiegsrennen wurde genutzt, um sich einen dicken Zug aus dem Siegeschampagner zu genehmigen!! Die Rückrunde mit u.a. Heimspielen gegen Geldersheim und Ettleben kann kommen…

01.12.2017: TSV Röthlein – SV Schwanfeld II 5:9 (23:28 Sätze)

Nach unglücklicher Terminansetzung hatte Röthlein an diesem Spieltag mit zahlreichen Ausfällen zu kämpfen, wodurch ein Erfolg gegen die in der Tabelle eher hinten angesiedelten Schwanfelder von den Medien eher als Überraschungs- denn als Pflichtsieg vermeldet worden wäre. Doch ohne Vadim, Joe und Vitalis blieb dieser aus, wenngleich die Ersatzleute erstaunlich gut ablieferten und die Gäste beinahe wieder eine schmerzhafte Niederlage gegen unseren TSV einstecken mussten.

Christian, Christopher und Martin starteten als einzige verbliebene Stammspieler diesen Abend mit Dieter, Andy und Gerd zusammen. Der Matchplan sah vor, dass die vorderen Paarkreuze, allen voran das erste, einen ordentlichen Vorsprung herausspielen müssen, um den Sieg trotzdem heimzufahren. Zusätzlich hoffte man auf eine gewohnt starke Doppel-Performance. Das Einserdoppel hieß diesmal Herla/Reuss, die anderen Duos Lender/Keller und Sommer/Götz. Leider konnten nur Herla/Reuss einen Sieg ergattern und man ging früh in Rückstand.

Die ersten Einzel sorgten dann auch schnell für Ernüchterung beim TSV. Sowohl Christian als auch Christopher verloren trotz einiger guter Ansätze ihre Spiele gegen Michael Räder und Fynn Werner. Das zweite Paarkreuz mit Martin und Dieter hingegen zerstörten ihre Gegner ansatzlos, womit es 3:4 im Gesamtklassement stand. Andy und Gerd, die auch in der zweiten Mannschaft das hintere Paarkreuz bilden, hatten nun ihren zweiten bzw. ersten Auftritt in der ersten Mannschaft. Beide kämpften unermüdlich und hätten mit ihrem unbändigen Willen problemlos die Rolle des Braveheart in jedem Hollywood-Remake spielen können, doch am Ende reichte es zu keinem Happy End. Als Christian, geprägt von dem Druck, gewinnen zu MÜSSEN, auch sein zweites Einzel hergeben musste, stand es 3:7 und auch die letzten Optimisten verloren so langsam ihren Glauben an den Heimsieg! Ein letztes Aufbäumen gab es von Christopher bei seinem ersten Saisoneinsatz im ersten Paarkreuz, der Michael Räder an den Rand der Verzweiflung trieb. Martin sorgte parallel für einen weiteren TSV-Sieg gegen den glücklos agierenden Vinzenz Alin. Noch immer hätte Röthlein also das Spiel für sich entscheiden können, wenn die Ersatzleute nun allesamt zu Legenden geworden wären. Aber schon Dieter patzte nach seinem starken ersten Einzel und kam gegen Monika Räder unter die Räder (dieser Wortwitz drängt sich so dermaßen auf, dass er bei Berichten gegen Schwanfeld eigentlich schon aus Tradition nicht fehlen darf ;)). Was dann im Anschluss aber Andy gegen Ludwig Kanski lieferte, war aller Ehren wert. Als Außenseiter kämpfte er sich mit krachenden Vorhänden und leidenschaftlicher Arbeit an der Platte in den 5.Satz, in dem von aussichtslosem Rückstand bis Comeback und Matchball alles dabei war, was ein Tischtennisspiel so besonders macht. Doch wie schon bei seinem ersten Auftritt in der ersten Mannschaft vor über 2 Jahren blieb ihm der große Wurf verwehrt und er zog mit 13:15 unfassbar knapp den Kürzeren.

Damit war Röthlein geschlagen und es droht nun eine Saison im Mittelmaß. 4 Siegen stehen momentan 3 Niederlagen gegenüber und bei einer Niederlage in der kommenden Woche gegen Topfavorit Ettleben stünde lediglich eine ausgeglichene Bilanz zu Buche. Die allseits bekannte graue Maus will der TSV aber nicht werden und wird nun alles dafür tun, am kommenden Freitag die letzte Chance, oben dranzubleiben, zu nutzen.

24.11.2017: TSV Röthlein – DJK Wülfershausen 9:6 (34:26 Sätze)

Ein Drama mit einem packenden Finish eröffnete sich den Zuschauern beim Knaller Röthlein gegen Wülfershausen. Die beiden hatten sich in der Vergangenheit schon einige brisante Duelle geliefert, in dessen Liste sich dieses problemlos einreihte.

Röthlein startete gewohnt stark mit einer 2:1-Führung in den Doppeln. Lender/Kern und Reuss/Heyer stellten mit 3:0 bzw. 3:1 direkt die Weichen auf einen erfolgreichen Abend. Da fiel es auch nicht ins Gewicht, dass der 1erDoppel-Schreck Schlegel/Herla diesmal sehr handzahm daherkam, gegen H.Lummel/May enttäuschte und die erste Niederlage der Saison einstecken musste. Die gesamte Doppelbilanz des TSV lautet momentan 14:4, womit man die Nummer 1 der Liga ist!

Die ersten Einzel hatten unglaubliche Spannung in sich. Sowohl Christian als auch Vadim lieferten den verzückten Zuschauern einen 5-Satz-Krimi. Während Christian mit einem donnernden 11:3 abschloss, ließ sich Vadim nicht nur die Butter, sondern gleich das ganze Brot von Holger Lummel nehmen und verlor nach 2:1-Satzführung noch. Joe schien nach dem kurzen Doppel auch noch nicht warm und verhalf den Lummels auf der Gegenseite zu einem Doppelsieg, in dem er gegen den zweiten der Brüder verlor. An dem zwischenzeitlichen Unentschieden änderte sich in den folgenden Spielen nichts, da beide Teams in schöner Abwechslung feiern konnten. Erst als Christian mit seinem zweiten Einzelerfolg seinen persönlichen Hattrick (plus Doppel) perfekt machte, startete Röthlein zur vorentscheidenden Serie. Vadim nutzte die ganze Wut auf seinen bisher gebrauchten Abend und ließ Norbert Sell nicht mal den Hauch einer Chance! Joe setzte seine Joe-Maske auf und kämpfte sich in Joe-Manier durch ein wahnsinnig enges Match gegen Werner May – kein Satz wurde mit mehr als 2 Punkten Unterschied beendet. Christopher gewann wie Christian ebenfalls Einzel Nummer zwei mit 3:1 gegen Lothar Lummel. Und nachdem der heute müde wirkende Martin den ersten Matchball vergeben hatte, kam es zum epischen Spiel Rolf Heyer gegen Harald Hartmann.

Der defensiv agierende Wülfershäuser spielte eine unglaubliche Partie gegen den recht offensiv eingestellten Rolf. Im ersten Satz reichte das zu einem deutlichen 11:4. Mit zunehmender Spieldauer fand Rolf seine Mittel, gewann den zweiten Satz 11:7 und ließ dann im Dritten ein unglückliches 11:13 folgen.  Das Schlussdoppel hätte derweil begonnen werden können, aber die Röthleiner entschieden sich, den Sportskameraden Rolf zu unterstützen und ihm das Vertrauen in seine Fähigkeiten zu geben. Der vierte Satz lief gut, der Gastgeber gewann 11:9, der fünfte Satz musste also die Entscheidung bringen. Rolfo furioso brannte nun ein wahres Feuerwerk ab, so dass sich spontan auf die Straße geschwankte Menschengruppen in der Dorfmitte schon ein frohes neues Jahr wünschten, und beim Stand von 10:4 war es nur noch ein kleiner, fast schon selbstverständlicher Punkt, der die Röthleiner vom Sieg trennte. Doch dann entschied Rolf, aus diesem spannenden Abend endgültig einen Hitchcock-Thriller zu machen. Er ließ seinen Gegner tatsächlich nochmal auf 9:10 (!!) rankommen! Seinen sechsten Matchball verwandelte er dann aber doch, allerdings auch diesen nur mit zwei Herzaussetzern inklusive… Das Ding war durch, Röthlein jubelte mit seinen 6 treuen Fans aus zweiter und dritter Mannschaft!!

Zwei Tage später wurde noch der Einzug ins Pokalhalbfinale gegen Theilheim perfekt gemacht, was dem TSV ein rundum gelungenes Wochenende bescherte. Die angesprochenen Menschengruppen feiern der Sage nach immer noch ;)

Christopher Herla

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