Aktuelle Spielberichte von Christopher Herla

06.11.2018: FC Geldersheim – TSV Röthlein 9:2 (29:16 Sätze)

Die Überflieger sind zurück auf dem harten Boden der Tatsachen. Nur vier Tage nach dem Thriller gegen Gänheim folgte ein blutleerer Auftritt beim Tabellendritten Geldersheim und die damit verbundene Message, dass Röthlein noch lange nicht imstande ist, die Leistung vom 02. November regelmäßig abzurufen. Ein 9:2 klingt zwar trotzdem viel zu hoch und hätte durchaus auch ein bisschen enger ausgesehen, wenn man nicht vier von fünf 5-Satz-Spielen verloren hätte, aber an diesem Abend unter der Woche, auswärts und in einer ganz schwer zu spielenden Halle hätte das wohl auch den Bock nicht mehr umgestoßen. Zum ersten Mal in dieser Saison verlor man alle drei Doppel... und die ersten drei Einzel des Abends gleich noch hinterher. Beim Stand von 0:6 fiel es dann auch den größten Optimisten im Team schwer, noch an die Wende zu glauben. Vadim versuchte zwar immer wieder, diese herbei zu predigen, doch nach einem kurzen Aufbäumen auf einen 2:7-Rückstand war es dann endgültig vorbei und Röthlein musste schwer geknickt die Heimreise antreten. 

Match of the Day: C.Herla – A.Feist 3:0 (11:7, 11:8, 11:9)

Normalerweise sind die Spiele der Match-of-the-Day-Rubrik ja immer die knappen 5-Satz-Thriller, und mit Joes 3:2-Erfolg gegen Doht-Rügemer war ein solcher auch Teil des Abends in Geldersheim. Dennoch gönnt das Team diesmal aber Christopher den Vortritt, denn seine Leistungen sind momentan nicht minderwertiger einzuschätzen. Zum vierten Mal in den letzten fünf Spielen konnte er einen 3:0-Sieg herausspielen und funktioniert aktuell wie ein Schweizer Uhrwerk, was aber zwangsweise seine Chancen auf Erwähnung in dieser Rubrik extrem schmälert.

Auch er hatte an diesem Dienstag Abend schwer mit Müdigkeit und den Umständen eines Auswärtsspiels zu kämpfen, aber kaum an der Platte angekommen, spulte er ein weiteres Mal einen souveränen Auftritt ab wie Michael Jackson einst in feiner Regelmäßigkeit bei seiner World Tour. Dem unangenehmen Spiel von A.Feist brachte er eine konzentrierte Leistung entgegen und ließ sich zu sehr wenig Fehlern hinreißen. Zwar wurde es mit jedem Satz etwas enger und Feist sah seine Chancen steigen, doch seine taktischen Umstellungen verpufften schnell, da Christopher sich immer wieder drauf einstellte. Mit langen Aufschlägen und anschließendem sicherem, wenn auch nicht komplett powervollem Angriffsspiel konnte er seinen Gegner in Schach halten und einen ungefährdeten Erfolg verzeichnen.

Punkte für den TSV: Herla 1, Kern 1

02.11.2018: TSV Röthlein – DJK Gänheim 8:8 (35:31 Sätze)

Spitzentischtennis in der Schulsportturnhalle Röthlein! Euphorisierte Zuschauer und endlose Dramatik, weil adrenalindurchtränkte Spieler sich am Abend des 2.November 2018 ein denkwürdiges Match lieferten. Für genau solche Spiele hat man sich irgendwann in seinem Leben dazu entschlossen, Tischtennisspieler zu werden. Der Zweitplatzierte Röthlein empfing den Tabellenführer Gänheim und selbst wenn die Tabelle etwas anderes aussagte, waren die Gäste doch der Favorit in diesem Aufeinandertreffen. Die Kampfeskraft der Röthleiner ließ das Spiel jedoch zu einem offenen Schlagabtausch verkommen, bei dem zwischenzeitlich die Sensation zum Greifen nahe war. Der Start war allerdings weniger verheißungsvoll. Die bis dato in sämtlichen Doppeln ungeschlagenen Gastgeber hatten erstmals das Nachsehen, und das gleich zwei Mal. Sowohl Lender/Kern als auch Schlegel/Herla mussten akzeptieren, dass jede Serie irgendwann mal reißt, während aber zumindest das dritte Doppel um die an diesem Abend mit voller Kapelle angetretenen Röthleiner, Strauß/Eirich,  ihr Niveau und die Serie am Laufen hielt und ihr Spiel gewannen. Nach diesem 1:2-Rückstand trumpfte Röthlein aber in der Folge in den Einzeln richtig auf! Von Sensationssiegen (Vadim) über Triumphe gegen Angstgegner (Christian) bis zu konzentrierten Demontagen (Christopher) war alles dabei. Und spätestens, als Andreas in einem aggressiven Match gegen R.Amthor die Ruhe behielt und dieses locker mit 3:1 heimfuhr, war die Grundlage für einen unerwarteten Spielausgang gelegt. Mit einer 6:3-Führung ging es in die zweite Einzelrunde, in der Gänheim dann ernst machen musste und dies auch tat. S.Göbel und M.Goldstein sowie B.Volk ließen sich keine zweite Niederlage einschenken. Durch weitere Siege von Christopher (mit dem Ballwechsel des Abends, als sein purer Wille ihn gefühlte 2 Kilometer quer durch die Box rennen ließ, um einen einzelnen Punkt zu erzielen) und Joe konnte sich Röthlein aber bei 8:6 halten. Mit dem Gefühl eines bereits gesicherten Unentschiedens starteten parallel die letzten zwei Spiele des Abends. Vitalis hatte den Sieg auf dem Schläger. Er startete furios und sicher, ging gegen S.Scheuring 2:0 in Führung, musste sich dann jedoch einem Mix aus Angst, Schweiß und einem nicht aufsteckenden Gegner beugen. Dramatischerweise war er im vierten Satz knapp vor dem großen Triumph, hatte sogar einen Matchball, aber reichen sollte es am Ende doch nicht. Zu diesem Zeitpunkt war das Schlussdoppel bereits zu Gunsten der Gäste entschieden und Gänheim hatte im allerletzten Moment nochmal den Kopf aus der Schlinge gezogen und rettete das 8:8-Unentschieden in die Gästekabine. Nichtsdestotrotz sahen die zahlreich erschienenen Zuschauer ein unfassbares Match auf höchstem Niveau, was vielleicht sogar als Initialzündung für eine ähnliche Überraschungssaison wie 2015/2016 taugt. Damals wurde der TSV Meister…      

Match of the Day: V.Schlegel – S.Göbel 3:2 (5:11, 12:10, 8:11, 11:6, 12:10)

Wenn ein Spiel gegen einen der Top3-Spieler der gesamten Liga ansteht und dieser letztes Jahr noch regelmäßig in der 2.Bezirksliga antrat, dann bist du trotz aktueller Topform erst mal krasser Außenseiter. Wenn du dann aber mit fortschreitendem Match erkennst, dass dein Gegenüber doch nicht so übermächtig scheint und du deine Gelegenheit erkennst, dann musst du sie am Schopf packen. Oder frei nach Eminem: „You only get one shot, do not miss your chance to blow“. Vadim hatte gegen S.Göbel dieses eine große Spiel, was in deiner Karriere nicht allzu oft vorkommt. Nach dem ersten Satz sah das allerdings längst nicht danach aus. „Ich habe nach dem ersten Satz überhaupt erst gemerkt, dass er Linkshänder ist“, so Vadim nach dem Triumph. „Also habe ich mich nochmal zusammengerissen und meine Technik angepasst und mit meiner Waffe Rückhand in seine Rückhand kurz und mit viel Unterschnitt gespielt“. Das klappte so gut, dass der zweite Satz an Röthlein ging und es wurde nun ein intensives Kampfspiel. Göbel jagte seinen Gegner von hinten nach vorne, von rechts nach links und die Zuschauer feierten einen grandiosen Ballwechsel nach dem anderen. Im vierten Satz erreichte die Leistung des Röthleiner Juwels sein absolutes Hoch. Mit 11:6 fertigte Vadim den angriffslustigen Göbel in höchstmöglicher Qualität ab. Er konterte sämtliche Angriffssalven des Gänheimers in beeindruckender Manier… nun war alles möglich! Zum Ende durfte eine gehörige Portion Dramatik das Spiel abrunden und Vadim holte mit 12:10 den Big Point des Abends. Vadims Fazit: „Am Ende hatte ich einfach die stärkeren Nerven!“

Punkte für den TSV: Strauß/Eirich 1, Lender 1, Schlegel 1, Herla 2, Strauß 1, Kern 1, Eirich 1

25.10.2018: Spvgg Hambach - TSV Röthlein 1:9 (12:29 Sätze)

Viertes Spiel, vierter Sieg, und sogar kurzzeitig die Tabellenführung übernommen. Läuft beim TSV!! Auch wenn sämtliche bisherige Gegner sich im unteren Teil der Tabelle tummeln, muss man diese Spiele auch erst mal für sich entscheiden. Vor dem ersten Knaller der Saison gegen Gänheim hat man sich also komplett schadlos gehalten und vor allem in den Doppeln bislang ausnahmslos überzeugt. Der Tabellenletzte Hambach war an diesem Tag letztendlich auch nur ein Sparringspartner für den TSV und konnte mit 9:1 problemlos überrannt werden. Zwar haben längst nicht alle Spieler restlos überzeugt, aber die Teamleistung war wieder mal überragend und half so manchem Strauchelnden noch zu einem knappen Erfolg.

Match of the Day: C.Lender – W.Fischer 3:2 (11:7, 9:11, 8:11, 11:3, 11:5)

Die vor dem Spiel im ersten Paarkreuz 0:14 stehenden Hambacher sollten für das der Röthleiner eigentlich kein Problem darstellen, doch weil jede Serie irgendwann mal reißt, ist immer Vorsicht geboten, selbst wenn man statistisch überlegen scheint. Christian hatte gegen einen gefährlichen, unangenehmen W.Fischer zwischenzeitlich große Sorge, dass dieser ausgerechnet gegen ihn seinen ersten Sieg der Saison einfahren könnte. Dass Fischer einer der Meister im trashfreien Trash Talk ist und mit gezielten Kommentaren eine gewisse Unruhe ins Spiel brachte, tat sein Übriges. Christian verlor prompt den Faden und musste einen 1:2-Zwischenstand einstecken. Doch der langjährige Einser, der sich momentan stark wachsender an seinem Thron rüttelnder Konkurrenz im eigenen Verein gegenüber sieht, packte all seine Erfahrung und jegliches vorhandenes Talent in die Sätze 4 und 5 und ließ wie ein Sternekoch absolut nichts mehr anbrennen. Dieser Sieg markierte das 9:1-Endergebnis, was somit die Tabellenführung für die nächsten 24 Stunden bedeutete.  Der Showdown gegen Gänheim wirft nun seine Schatten voraus, und die Euphorie kennt keine Grenzen.

Punkte für den TSV: Lender/Kern 1, Schlegel/Herla 1, Strauß/Heyer 1, Lender 2, Schlegel 1, Herla 1, Strauß 1, Kern 1

 

Christopher Herla

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