Aktuelle Spielberichte von Christopher Herla

19.01.18 DJK Gänheim – TSV Röthlein 9:4 (32:18 Sätze)

Ein Duell im Zeichen der Freundschaft. Seit Jahren pflegt man mit den Jungs von der DJK Gänheim ein sehr von Sympathien gehegtes Verhältnis, was die Tatsache, dass dieses Spiel wohl aufgrund der Neuregelung der Bezirke zum letzten Mal im Rahmen eines Ligamatches stattfand, umso trauriger macht. Dennoch bedeutete das nicht, dass das Ergebnis deshalb in den Hintergrund rücken würde. Die Trauer beim TSV über den letzten gescheiterten Versuch, sich nach ganz oben in der Tabelle zu orientieren, überwog sogar kurzzeitig, ehe die gemeinschaftliche legendäre Brotzeit im Gänheimer Sportheim die sportlichen Wunden doch noch zu verheilen mochte.

Mit voller Kapelle trat der TSV im weit entfernten Gänheim an und hatte sich zur Aufgabe gemacht, die Hürde „Plastikball“ (Gänheim ist in der gesamten Liga bisher die einzige Mannschaft, die bei ihren Heimspielen bereits den neuen Plastikball verwendet) zu meistern. Das hatte zur Folge, dass auch das 2er-Doppel Schlegel/Herla wieder am Start war und den Gegnern Goldstein/Volk direkt das Fürchten lehrte. Nach einem desaströsen ersten Satz fertigten die beiden Semi-Youngster die Hausherren ab, was eigentlich mindestens einer 2:1-Führung nach den Doppeln gleichkommen sollte. Doch zum ersten Mal in dieser Saison scheiterte fast zeitgleich das Topdoppel Lender/Kern an deren Aufgabe Kömm/Köhl. Die weiße Weste war also dahin. Eirich/Reuss hatte mit 0:3 relativ deutlich das Nachsehen und so stand es 2:1 für die Gastgeber.

In den Einzeln musste das erste Paarkreuz der Röthleiner empfindliche Niederlagen hinnehmen. Christian sah überhaupt kein Land gegen Burkhard Volk, und Vadim baute nach einem unglaublich starken ersten Satz gegen den punktemäßig besten Spieler der Liga, Martin Goldstein, kontinuierlich ab, was in einem 1:3 resultierte. Auch Joe konnte gegen Michael Kömm kein Ausrufezeichen auf den Ergebniszettel bringen, wodurch schon früh ein 1:5-Rückstand entstand. Ob man den schwarzen Peter tatsächlich dem ungewohnten Plastikball zuschieben durfte, sei dahingestellt. Der am meisten in Training und beim Einspielen damit zu kämpfende Christopher widerlegte diese These in seinem Spiel gegen Stefan Scheuring. Nach anfänglichen Schwierigkeiten spielte er sich in einen Rausch und ließ sich seine Bilanz auch durch solch willkommene Ausreden nicht vermiesen. Während Martin im Anschluss am fiesen Spiel des Reinhold Brunner verzweifelte, gab Vitalis ein weiteres Lebenszeichen für den TSV von sich. Nach 0:2-Satzrückstand drehte der unscheinbare Lebemann auf und schickte seinen Gegenüber Manfred Ziegler mit ordentlich Power ohne Sieg unter die Dusche. Der Gigantengipfel stand danach an. Zwei anerkannte Größen der Region gaben nun ihr Stelldichein, Martin Goldstein und Christian Lender. Was bei Schweinfurter Tischtennisinteressierten schon beinahe als Klassiker gefeiert wird, ließ keine Wünsche übrig. Fünf hart umkämpfte Sätze zwischen dem unglaublich sicher agierenden Noppenspieler im Gänheimer Trikot und einem der imposantesten Angreifer der letzten Jahre auf der anderen Seite ließen keinen Zuschauer kalt. Christian war nah dran, musste aber wie schon so oft zuvor seinem Gegner am Ende zum Sieg gratulieren. Zeitgleich traten Christopher und Vadim anschließend zu ihren zweiten Einzeln an. Der Geist des legendären Schwanfeld-Spiels vor 2 Jahren, als die beiden ebenfalls parallel zueinander beim Stand von 3:7 die Wende zum 9:7 einleiteten, schwirrte in Gänheim umher, als beide nach einem schwachen Beginn ihre Matches zum 1:1 ausglichen und ihre Blicke sich trafen. Nur den Weg ins Gänheimer Sportheim schien besagter Geist letzten Endes nicht zu finden. Christopher schickte zwar Michael Kömm mit 3:1 nach Hause, aber Vadim scheiterte leider an dem an diesem Abend wie vom anderen Stern spielenden Burkhard Volk. Stefan Scheuring sorgte im Anschluss mit einem 17:15 im dritten Satz gegen Joe für den 9:4-Endstand.

Für Röthlein ist nun endgültig der Zug Richtung Meisterschaft abgefahren. Gänheim hingegen kämpft mit zwei Punkten Rückstand auf Geldersheim weiter um den Titel und legt unter anderem auch Hoffnung in die Röthleiner, die den Tabellenführer ja noch zu Hause erwarten und Rache für die bittere Hinrundenniederlage schwören. Ein letztes Abschiedsgeschenk für zahlreiche Brotzeiten in Gänheim sollte schon drin sein…

12.01.18: TSV Theilheim – TSV Röthlein 2:9 (13:30 Sätze)

Ein Tischtennisspiel in diesen Tagen ist oft ein Überraschungsei. An den Feiertagen fett gefressen, beim Jahreswechsel feuchtfröhlich gefeiert, da kann man auch als ergebnisorientierte und alles dem Tischtennis unterordnende Mannschaft mal den Fokus verlieren. Der TSV Röthlein ist das alles nicht und macht demnach genauso weiter wie im Vorjahr ;)

Dem Ergebnis nach zu urteilen verlief das Rückspiel sogar noch deutlicher als das Hinrundenspiel nur einen Monat zuvor. Allerdings hätte dieses Match bei ungünstigem Verlauf auch ganz anders laufen können.

Durch das Fehlen der Nummer 2, Vadim, wurden die Doppelpaarungen etwas durcheinandergemischt, woraufhin Christopher und Vitalis ihr allererstes Doppel miteinander anzutreten hatten und dabei auch gleich noch dem stärksten Duo des Gegners gegenüberstanden. Dieses kleine Experiment war allerdings von enormem Erfolg gekrönt und die Röthleiner hatten bereits nach den Doppeln eine 3:0-Führung herausgespielt. Das Stardoppel Lender/Kern kam allerdings ganz schwer aus den Startlöchern, was in einem fünften Satz resultierte.

In den Einzeln gab es diesmal Spiele zu bewundern, die oft auf des Messers Schneide standen. Christian gewann zwar 3:0 gegen Riegler, musste aber in den Sätzen zwei und drei in die Verlängerung, Christopher wurde in seinem Match gegen Schäfer erstmal einen Satz lang brutal abgewatscht, machte selbiges dann aber mit seinem Gegner – idealerweise drei Sätze lang! Mit einem 5:0-Zwischenstand war zumindest in Sachen Ergebnis deutlich Ruhe eingekehrt. Als dann Joe im verrücktesten Spiel des Abends gegen Schreppel mit 13:11 im fünften Satz die Oberhand behielt und das 6:1 markierte, merkten alle Anwesenden, dass die Auswärtsmannschaft heute sowohl das nötige Glück als auch den Siegeswillen im Gepäck hatte, um hier nichts anbrennen zu lassen. Rolf hatte zwar im Generationenduell gegen den Junior Riegler knapp das Nachsehen, doch das blieb der letzte Punkt, den der TSV an diesem Abend abgab. Den Matchwinner-Titel bekam dieses Mal Christopher, der bereits einer Niederlage gegen Senior Riegler ins Auge blickte, aber nach einer Auszeit im vierten Satz bei 3:6 seine Wut in Kampfeslust umwandelte und das Spiel zum endgültigen 9:2-Endergebnis nach Hause fuhr.

Da sich die drei anderen Meisterkandidaten am ersten Spieltag der Rückrunde keine Blöße gaben, sieht die obere Tabellenregion nach diesem Wochenende unverändert aus. Am nächsten Freitag geht es für den TSV nach Gänheim, wo man durch den Einsatz von Plastikbällen (Nachfolger der Zelluloidbälle, welche aber in den unteren Ligen noch bis 2019 erlaubt sind) als klarer Außenseiter auftritt. Das Pokalhalbfinale vor 4 Wochen konnte Röthlein allerdings gewinnen, die Zeichen stehen daher auf Thriller!

15.12.17: TSV Röthlein – TSV Theilheim 9:3 (31:17 Sätze)

Zum Abschluss der Hinrunde sah man sich in der Röthleiner Turnhalle dem TSV Theilheim gegenüber. Ein durchaus unbequemer Gegner, den man aber im Griff haben sollte, wenn man nochmal nach ganz oben schielen möchte. Trotz anfänglicher Nervosität und allgemeiner Unruhe gelang dies am Ende eindrucksvoll und die TSV-Familie kann ein liebsames Weihnachtsfest feiern.

Während dem Doppel Lender/Kern zum Jahresabschluss ein 3:0 zur makellosen 7:0-Saisonbilanz verhalf, taten sich die anderen beiden Duette sehr schwer. Schlegel/Herla begannen desolat, machten aber in jedem einzelnen Satz auch im Ergebnis resultierende Fortschritte und legten im 5.Satz ein glattes 11:2 hin. Eirich/Reuss hingegen verspielten eine 2:0-Satzführung.

Die zum zweiten Mal in dieser Saison vollständig angetretenen Röthleiner wurden in den ersten Einzeln ebenfalls nicht wesentlich ruhiger und legten weitere sehr unrunde Spiele hin. Vadims Einzel, die direkt hintereinander weggespielt werden mussten, weil er noch eine Nachtschicht vor sich hatte, wurden durch eben diese Tatsache zu einem Hin und Her der Gefühle. Ein bitteres 2:3 gegen Riegler und eine nach kurzer Auszeit im dritten Satz am Ende doch souveräne Vorstellung gegen Schäfer waren das Resultat. Lediglich Christian, angestachelt von dem in der Vorwoche erlittenen Verlust des Ranglistenplatzes 1 an Christopher, zeigte eine annähernd saubere Partie. Auch Joe konnte an diesem Abend keine der Jahreszeit entsprechende stille und friedliche Atmosphäre schaffen und kämpfte stattdessen in einem unermüdlichen Fight gegen Lausenmeyer um die 5:2-Führung. Mit 12:10 im fünften Satz hatte Santa Joe dann aber das entsprechende Geschenk für den Theilheimer parat. Erst als Christopher an die Platte trat und Schreppel in einer kurzen schmerzvollen Anwendung therapierte, schien der Abend aber endgültig seinen normalen Ablauf zu nehmen und die Sicherheit kehrte in die Röthleiner Schulsporthalle ein. Mit Ausnahme von Martins 0:3-Niederlage, der sich die kurze Winterpause wohl sehnlichst herbeiwünscht um wieder Kraft zu tanken, gab es drei relativ ungefährdete Siege von Vitalis, Christian und Joe. Christian übernahm damit auch wieder die Führung in der Röthlein-internen Rangliste, was sicherlich auch seine Frau erfreut, die nun doch noch einem besinnlichen Weihnachtsfest mit einem restlos glücklichen und zufriedenen Mann entgegenfiebern kann…

Die gleichzeitige überraschende Niederlage der Ettlebener in Hergolshausen sorgt dafür, dass Röthlein nun punktgleich mit dem Tabellendritten auf Platz 4 liegt und in der Rückrunde mit dem Quäntchen Glück in den entscheidenden Spielen zumindest noch Platz 2 anvisieren kann. Die gesamte Tischtennisabteilung wünscht jedem Leser ein frohes Fest und einen guten Rutsch!

Christopher Herla

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