Aktuelle Spielberichte von Christopher Herla

12.04.2019: TSV Essleben – TSV Röthlein 8:8 (29:35 Sätze)

Letztes Saisonspiel, alles entschieden, Druck und Anspannung weg… aber leider auch der letzte Wille. Beim 8:8 zum Abschluss des Spieljahres gegen den Tabellensechsten überraschte sich der TSV Röthlein selbst mit einer nicht ganz so berauschenden Leistung. Der Abend hatte aber dafür genügend andere Geschichten parat, die von gefilmtem Abschiedsspiel und exzessiven Einspielarien bis hin zur systematischen Zerstörung der von einigen recht ungeliebten Plastikbälle reichten. Ohne Andreas und Vitalis und dafür mit Rolf und Frank plätscherte das Spiel in den Anfangsminuten noch ganz üblich dahin und Röthlein spielte sich eine überzeugende 5:2-Führung raus. Neben Christians bitterem 0:3 gegen J.Friedrich setzte lediglich das Doppel Schlegel/Herla den 5.Satz gegen R.Friedrich/Schmitt in den Sand. Die anderen Doppel brillierten hingegen und die beiden Bezwungenen Vadim und Christopher sorgten zumindest in den Einzeln für Wohlbefinden in der Röthleiner Box, während Joe dem guten Start noch ein mehr als deutliches 3:0 gegen Bernd Strahl hinzufügte.  Danach gingen vier(!) 5-Satz-Spiele in Folge an Essleben, wovon in dreien aus Röthleiner Sicht zwischenzeitlich geführt wurde. Bei Rolf, der seinem Gegner Rainer Weiß erst zwei Sätze lang die Bälle um die Ohren haute, schien es gar so, als ob er dem Gegenüber ein Geschenk machen wollte. Immerhin war es dessen letztes Spiel einer langjährigen Tischtenniskarriere und die Esslebener filmten seinen letzten Auftritt fürs Teamarchiv. Zeitgleich sorgte Frank bei seinem starken Auftritt gegen Christian Schmitt für zahlreiches Staunen und Gelächter, als in eineinhalb Sätzen drei Plastikbälle das Zeitliche segneten. Insgesamt starben an diesem Abend gar sechs Plastikbälle den plötzlichen Tod, was die allgemein aufgeheizte Antihaltung gegenüber dieser künftig vom Verband  vorgeschriebenen Materialänderung spürbar verstärkte. Gerade als beim langsamsten Spiel des Abends – Christopher hatte seine Taktik dem schnittarmen langsamen Ball angepasst und versuchte, die Bälle mehr oder weniger verhungern zu lassen – ebenfalls ein Ball zerplatzte wie die Träume zahlreicher Teenagermädchen im Angesicht Dieter Bohlens, hielt es einige vor Verwunderung kaum noch auf den Plätzen. Doch abseits der ganzen Nebengeschichten fand der TSV zu diesem Zeitpunkt wieder zurück in die Erfolgsspur und stellte nach kurzzeitigem 5:6 wieder auf 7:6, da auch Joe einen weiteren Sieg einfuhr und an dem Abend unschlagbar zu sein schien. Rolf und Frank konnten allerdings in ihrem zweiten Einzel nicht für einen weiteren Punkt sorgen, wodurch es nach längerer Zeit mal wieder zu einem Schlussdoppel mit Röthleiner Beteiligung kam. Dieses wurde aber deutlich mit 3:0 vom TSV gewonnen! Kein Wunder, Joe war ja dabei… Somit hatte man den Kopf zumindest teilweise aus der Schlinge gezogen und trat nur mit Striemen am Hals die Heimreise an. Nun kann die ganze Aufmerksamkeit auf das Einspielen mit dem neuen Plastikball und das Vorbereiten auf die neue Saison gelegt werden, in der – Stand jetzt – ein offen kommunizierter Angriff auf die Meisterschaft stattfinden soll.

Match of the Day: V.Schlegel – R.Friedrich 3:1 (6:11, 11:7, 11:9, 11:9)

Rainer Friedrich wird auf seine diesjährige Bilanz in Röthlein nicht allzu stolz sein. Gegen beide Röthleiner Vertreter aus dem ersten Paarkreuz setzte es für ihn dieses Jahr eine krachende Niederlage. War Rainer im Hinspiel noch an Christian gescheitert, war es an diesem Abend Vadim, der über sich hinauswuchs und einen der stärksten Spieler der Liga regelrecht deklassierte. Die Einspielzeit von einer Minute überzogen beide Kontrahenten zwar in überragender Thomas-Gottschalk-Manier um ein Vielfaches, doch als sie dann doch von gelangweiltem Zuschauergrummeln und ersten leisen Aufforderungen zum Start des Matches verleitet wurden, entwickelte sich schnell ein sehr interessantes und packendes Spiel. Der Plastikball, den Essleben für sich als Heimball gewählt hatte, zwang Vadim zu einem anderen Angriffsspiel als er es gewohnt war, doch nach nur einem Satz hatte er die Änderungen in seinem Skillset abgespeichert und legte los wie die Feuerwehr. Rainer sah kein Land mehr, kämpfte sich aber mit all seiner Erfahrung im dritten und vierten Satz an den weiterhin furios darbietenden Vadim ran. Beide Sätze gingen allerdings an den 33-jährigen, der sich damit einen Tag nach seinem Geburtstag selbst ein nettes kleines Geschenk machte und die Saison mit einem Teilerfolg (das zweite Spiel gegen den anderen Friedrich ließ er sich knapp mit 2:3 entreißen) und vier Pluspunkten beendete.

Punkte für den TSV: Lender/Kern 2, Heyer/Kress 1, Schlegel 1, Herla 2, Kern 2

05.04.2019: TSV Röthlein – TSV Gochsheim II 4:9 (17:31 Sätze)

Das letzte Heimspiel der Saison 2018/2019 hatte in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes an sich. Vom Spielbetrieb verabschiedet wurde ein langjähriger Weggefährte, der uns viel Kummer und Freude bereitet hat, an jedem Tag bei Wind und Wetter 100% Einsatz gegeben und bei keinem einzigen Spiel krankheits- oder verletzungsbedingt gefehlt hat: der Zelluloidball! Doch viel wichtiger waren die Debüts der Vereinskameraden Matthias Ennulat und Peter Häring, die neben dem bereits früher in der Saison schon mal eingesetzten Christof Kern in diesem sportlich bedeutungslosen Spiel erste Erfahrungen sammeln sollten. Von den üblichen Protagonisten blieben an diesem Abend nur die Dauerbrenner Christian, Vadim und Joe übrig, die damit allesamt die kompletten 17 Spiele der Saison absolviert hatten. Gegen den designierten Meister Gochsheim II war natürlich in dieser Besetzung an einen Erfolg nicht zu denken. An diesem Abend stand der Spaß und das individuelle Abschneiden ganz klar im Vordergrund. Dass es am Ende keine überdeutliche Angelegenheit wurde, hatte man dem Umstand zu verdanken, dass Lenders und Kerns eine teils sensationelle Leistung aufs Parkett legten. Während das Doppel Lender/Joe Kern aber schon standardmäßig als Punktemacher gilt und auch ein Einzelerfolg von Christian nicht das Zeug zur Sensationsmeldung auf Seite 1 der BILD hat, wurde es im Anschluss dafür umso interessanter. Die Punkte drei und vier für die Röthleiner an diesem Abend waren nämlich richtige Überraschungserfolge. Joe kämpfte sich bei seinem dritten Saisoneinsatz im mittleren Paarkreuz zu seinem zweiten Sieg, und das gegen einen 135 Punkte besser gelisteten, aber überraschend defensiv spielenden Alexander Becker. Joe sah seine Möglichkeiten und lieferte ab, indem er ungewohnte Schussqualitäten in sein Spiel fließen ließ. Sensationeller war da nur noch sein eigener Sohn, Christof, der alles Dagewesene schon Minuten zuvor in den Schatten gestellt hatte – hierzu gleich mehr. Den zwei absoluten Neulingen hingegen ging es ähnlich wie erwartet. Peter sprach nach seinem Match gegen Thomas Deckert sogar von einer Vergewaltigung, da der Gochsheimer überhaupt keine Skrupel zeigte und ihn ordentlich vermöbelte. Dennoch werden Matthias als auch Peter stärker als zuvor und eine Erfahrung reicher aus dieser Begegnung gehen, das ist Fakt!

Match of the Day: C.Kern – W.Viernekäs 3:1 (14:12, 11:9, 7:11, 14:12)

230 Punkte höher im Ranking angesiedelt war der Gegner von Christof, ein alter Haudegen namens Werner Viernekäs, mit Noppen und reichlich unangenehmem Spiel ausgestattet. Doch das alles war kein Problem für den 18-jährigen aufstrebenden Röthleiner Nachwuchs. In vom Vater gewohnter Manier kämpfte er sich durch die schwere Aufgabe, um am Ende die Belohnung in Form eines neuen Karrierehighs und einer Erinnerung an einen mehr als denkwürdigen Sieg zu erhalten. Ans erste Mal (bei dem es funktioniert hat) erinnert man sich immer gern und dass es gleich beim zweiten Versuch so sensationell klappt, kann nun auch nicht jeder von sich behaupten. Im Exklusiv-Interview nach dem Match meinte Christof: „Das Doppel war ganz gut gelaufen, also bin ich relativ entspannt in die Partie gegangen, weil ich wusste, dass ich einen guten Tag habe.“ Dass der erste Satz mit 14:12 an ihn ging, war wohl eine Folge dieser Unbekümmertheit und ließ Christof schnell noch relaxter werden. Weil Viernekäs über die Rückhand gut Druck machte, musste Christof den unpopulären Weg gehen und auf den Noppenaußenbelag spielen, den der Gegner – ebenfalls unpopulär – auf der Vorhand hatte. Was viele in seinem Alter noch zur Verzweiflung treibt, konnte Christof hingegen durch das viele Training mit seinem Vater zum Sieg ausnutzen. Nichtsdestotrotz ist immer auch ein bisschen Glück notwendig, was laut Christofs Aussage besonders half, den vierten Satz, der auch 14:12 endete, zu gewinnen. „Wichtig war die Konzentration, auch beim 26. Ballwechsel noch ruhig zu bleiben, nichts zu riskieren und die sicheren Bälle zu verwandeln. War natürlich auch ein bisschen Glück dabei, wie z.B. 3 sehr schöne Kantenbälle im 4.Satz“. Bei all seinem Trainingseifer kann man hier unverblümt von dem weltbekannten Glück des Tüchtigen reden, das Christof zu diesem Erfolg führte. Eine Kampfansage an die Alteingesessenen will er es allerdings noch nicht nennen: „So dramatisch ist es jetzt nicht, aber ich freue mich über die Entwicklung und werde nicht nachlassen, mich verbessern zu wollen!“

Punkte für den TSV: Lender/J.Kern 1, Lender 1, C.Kern 1, J.Kern 1

15.03.2019: TSV Röthlein – SV Sömmersdorf 9:2 (28:14 Sätze)

Der Endspurt einer zufriedenstellenden Saison begann mit dem Spiel gegen den Tabellenletzten SV Sömmersdorf. Mit dem ungefährdeten 9:2-Sieg sicherte sich Röthlein bereits jetzt schon den dritten Platz und damit eine Position, die man sich vor der Saison nur bedingt vorstellen konnte. Der Spielverlauf an diesem Freitag gestaltete sich letzten Endes überraschend positiv, da Röthlein durch Ausfälle von Andreas und Vitalis und einer zumindest leistungs-, wenn auch nicht punktemäßig, starken Rückrunde der Gegner eine engere Partie erwartete. Jedoch waren sowohl Doppel als auch erstes Paarkreuz mit ein paar Ausnahmen gewohnt souverän unterwegs. Lediglich das sonst so aufmuckende Zweierdoppel Schlegel/Herla als auch Christian im Einzel gegen Georgios Stefanis ließen Zweifel an einem erfolgreichen Ausgang ihrer Spiele zu. Beide konnten allerdings die an diesem Abend einzigen zwei 5-Satz-Spiele für sich entscheiden, was eine beruhigende und bereits vorentscheidende 5:0-Führung bedeutete. Christopher und Rolf stellten das Ergebnis nach Beendigung der ersten Einzelrunde auf 7:2, was dem ersten Paarkreuz um Christian und Vadim die Chance gab, das Spiel früh zu beenden und das Sportheim mit neuem Pächter ausgiebig zu testen. Das ließen sich die beiden natürlich nicht nehmen und tanzten mit den Stefanis-Brüdern einen munteren Syrtaki, der kurz darauf im verdienten 9:2 endete.

Match of the Day: C.Herla – F.Schönbach 3:1 (8:11, 11:0, 11:9, 11:8)

Auch wenn Christopher selbst mit seiner offensiven Leistung in diesem Spiel unzufrieden war, wurde er von seinen Teamkollegen über den grünen Klee gelobt. Überlegt und *Ironie an* gewohnt ruhig und konzentriert *Ironie aus* ließ er den Winterneuzugang der Sömmersdorfer, der bis dato kein Spiel verloren hatte und bei 8:0 stand, den Angreifer-Part im Spiel übernehmen und blockte ihn intelligent aus. Dabei zeigte er, dass sein Desasterabend von Gänheim keine bleibenden Schäden angerichtet hat. Selbst ein 0:1-Rückstand brachte ihn überraschend nicht aus der Ruhe. Im Gegenteil, Christopher ließ im zweiten Satz so viel zu wie eine  Zulassungsstelle am Sonntag, nämlich gar nichts! In den folgenden zwei Sätzen brachte er die Partie heim und seinem Gegner damit das Verlieren bei.

Weitere Spiele, die ebenfalls nicht unerwähnt bleiben sollten, waren die deutlichen 3:0´s von Vadim gegen G.Stefanis und von Rolf gegen Arno Ziegler. Beide lieferten in diesen Spielen eine unfassbar konzentrierte Leistung von Anfang bis Ende, was eminent wichtig war, um diesen Abend und diese Spielpaarung gegen Sömmersdorf bereits um 22 Uhr beenden zu können. Die Mannschaft ist der Star!!! Man kann sich bereits jetzt auf eine heiße Saison 19/20 freuen, in der der TSV mit Sicherheit wieder ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden wird.

Punkte für den TSV: Lender/Kern 1, Schlegel/Herla 1, Heyer/Gill 1, Lender 2, Schlegel 2, Herla 1, Heyer 1

 

Christopher Herla

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